Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Freitag, 26. Mai 2017

Bob Dylan 75. Geburtstag

Am 24. Mai war Bob Dylans 75. Geburtstag. Alles Gute ihm dazu.

Er wurde berühmt durch seine kritischen Texte.
Machst Du heute kritische Musik, wie z. B. Xavier Naidoo mit seinem Text Marionetten, wirst Du ganz schnell in die rechte Gesinnungsecke gedrängt. Times are changing


Masters of war Text und Musik Bob Dylan


Kommt, ihr Herren des Krieges
Ihr, die ihr die Kanonen baut
Ihr, die ihr die Kampfflugzeuge baut
Ihr, die ihr all die Bomben baut

Ihr, die ihr euch hinter Mauern versteckt
Ihr, die ihr euch hinter Schreibtischen versteckt
Ich möchte nur, dass ihr wisst
Ich kann durch eure Masken sehen

Ihr, die ihr niemals etwas anderes getan
Als zu bauen um zu zerstören
Ihr spielt mit meiner Welt
Als wäre sie euer kleines Spielzeug

Ihr gebt mir eine Waffe in die Hand
Und ihr versteckt euch vor meinen Blicken
Und ihr dreht euch um und rennt weit davon
Wenn die schnellen Kugeln fliegen

Wie Judas aus alter Zeit
Lügt und täuscht ihr
Ein Weltkrieg kann gewonnen werden
Ihr wollt, dass ich das glaube

Aber ich durchschaue eure Augen
Und ich durchschaue euren Verstand
Als würde ich durch Wasser sehen
Das in meinen Abfluss fließt

Ihr spannt all die Abzüge
Für die anderen, um zu feuern
Dann lehnt ihr euch zurück und schaut zu
Wenn die Anzahl der Toten steigt

Ihr versteckt euch in euren Villen
Während das Blut junger Menschen
Aus ihren Körpern fließt
Und es im Schlamm versickert

Ihr habt die schlimmste Furcht verbreitet
Die jemals verbreitet werden kann
Angst, Kinder
In diese Welt zu bringen

Für das Bedrohen meines Babies
Ungeboren und unbenannt
Seid ihr das Blut nicht wert
Dass durch eure Venen fließt

Wie viel muss ich wissen
Um etwas falsches zu sagen
Ihr könntet sagen ich bin jung
Ihr könntet sagen ich bin ungelehrt

Aber es gibt eine Sache die ich weiß
Obwohl ich jünger bin als ihr
Auch Jesus würde niemals
Vergeben was ihr tut

Lasst mich euch eine Frage stellen
Ist euer Geld so gut
Kauft es euch Vergebung
Glaubt ihr, dass es das tut

Ich denke ihr werdet es bemerken
Wenn euer Tod seinen Tribut fordert
All das Geld das ihr gemacht habt
Kann niemals eure Seele zurück kaufen

Und ich hoffe, dass ihr stirbt
Und euer Tod wird bald kommen
Ich werde eurem Sarg folgen
Am fahlen Nachmittag

Und ich sehe zu während ihr abgesenkt werdet
Hinunter zu eurem Totenbett
Und ich werde über eurem Grab stehen
Bis ich sicher bin ihr seid tot


Donnerstag, 25. Mai 2017

Ticket to the moon

Seit dem ich mich jetzt so intensiv um meine Mutter gekümmert habe, bekommt sie einen starken Hang zur Unselbstständigkeit.

Sie überträgt mir sehr gerne die Verantwortung für alles, wozu sie keine Lust hat, oder was eben ein bisschen anstrengender zu verstehen ist. Aber wehe, ich sage ihr, mach das bitte noch nicht, warte damit bis ich da bin. Wenn es sich um etwas handelt, was sie wirklich unbedingt tun will, tut sie es, und zwar genau dann, wann sie es für richtig hält. Da ist sie dann schließlich alt genug, um zu wissen, was sie kann oder nicht. Aha. Wie kann sich das Gefühl von Sorge um sie so schnell in , ich würde sie am liebsten auf den Mond schießen verwandeln.

Jetzt ist sie wieder zu Hause, bekommt eine Haushaltshilfe und kann bald ihre Reha antreten. Im Krankenhaus hat sie bereits 4 Tage nach ihrer OP einen Marsch rund um die Kölner Uniklinik gemacht. Wer diesen großen Gebäudekomplex kennt, weiß das man da gut und gern eine halbe Stunde drum herum läuft. Wundert es jemanden, daß sie gestern alleine mit dem Bus von zu Hause in den nächsten Ortsteil zum Friseur gefahren ist? Warten bis ich komme und sie fahre? Dafür hat sie keine Zeit. Wie gesagt Ticket to the moon.


Fotoquelle leider unbekannt

Samstag, 20. Mai 2017

Was für eine Woche

Es gibt so Zeiten im Leben, da hältst Du scheinbar stundenlang den Atem an.

Anfang der Woche habe ich meine Mutter ins Krankenhaus gebracht zur OP. Nach 4 Wochen Voruntersuchungen von Arzt zu Arzt waren wir Beide froh, daß nun endlich die OP kam. Am Mittwoch war es dann so weit, den ganzen Tag war ich mit angehaltenem Atem unterwegs, bemühte sehr inbrünstig meine Hausaltar und ich hatte einen dicken Knoten im Magen, bei dem Gedanken, was nach der OP auf uns zukam.

Zunächst war ich erst einmal froh, als ich nachmittags auf die Station kam und meine Mutter mit dem Bett gerade in ihr Zimmer gerollt wurde, als ich kam. Es ging ihr gut, sie hatte den Eingriff gut überstanden. Erleichterung.

Am anderen Tag versuchte sie dann, schnellstens in ihr altes Leben zurückzukehren und hampelte im Zimmer herum. Meine Mutter ist von Kind an hyperaktiv, und kann den Leuten manchmal ganz schön auf die Nerven gehen. Vor allem kann sie nicht ruhen. Da kam dann auch die ernste Ermahnung der Stationsschwester, sie solle jetzt endlich mal etwas mehr Ruhe zeigen und sich ins Bett legen und ihren Arm ruhig halten.

Nach einem Gespräch mit der Dame vom Sozialdienst wegen einer Reha und einer Haushaltshilfe kam dann ein Satz, der meiner Mutter etwas klar machte, was sie seit dem Tod ihres Mannes verdrängte.

"Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht Ihr Haus aufzugeben und in eine kleinere Wohnung zu ziehen?" Wunder Punkt, ganz wunder Punkt.

Das ist jetzt die Herausforderung, der sich meine Mutter mit ihrem 80. GEburtstag stellen werden muß, weil sie es kräftemäßig nicht mehr schaffen wird, ihr Haus und den Garten alleine in Schuß zu halten. Wir haben das Thema immer schon mal angesprochen, aber auch immer wieder verdrängt. Ich würde ihr wünschen, das sie ihr Haus behalten könnte, bis sie für immer geht, aber es wird nicht gehen. Die Arbeit ist zuviel, daß Haus ist überhaupt nicht altengerecht und ein Umbau kommt aus finanziellen Gründen nicht in Frage.

Ein tiefer Einschnitt auf der letzten Zielgeraden. Aber ich möchte auf keinen Fall, daß sie irgendwann in ein Seniorenheim umziehen muß, weil es überhaupt nicht mehr geht. Ich weiß, wie sehr wir 2 Frauen unsere Unabhängigkeit schätzen. Deshalb ist auch ein gemeinsames wohnen für uns nicht denkbar.

Außerdem ging es meinem ebenfalls mit dem Alter konfrontierten Hund nicht gut, und auch er bekommt jetzt einen Komplett Check. Der Tierarzt meinte, er brauche wohl möglicherweise Herztabletten, weil ihm die Hitze doch sehr zu schaffen macht.

Nichts ist so beständig wie die Veränderung. Göttin steh mir bei.


Samstag, 13. Mai 2017

Etwas wie Abschied

Kennst Du das, Du siehst in der Stadt neue Sommerkleider, die einfach nur toll sind, alles stimmt, die Farbe, der Schnitt, genau wie Du es magst, dann gehst Du ins Geschäft probierst die Sachen an und stellst fest, es sieht nicht mehr gut an Dir aus? Zuviel Haut, die man inzwischen lieber nicht mehr so großzügig zeigt.

Die Frisur ändert sich, der Schmuck ändert sich, Highheels gehen nicht mehr, weil Du nicht mehr als 5 Minuten drauf laufen oder stehen kannst. Beim Makeup musst Du aufpassen, welche Farben Dein Lippenstift hat, oder Dein Lidschatten, weil Dein Gesicht sonst etwas bizarres bekommt.

Außer meinen geliebten Jeans, die ich wahrscheinlich tragen werde, bis ich ins Grab steige und den Flip Flops, die ich im Sommer immer noch am liebsten trage , schleicht sich ein Wandel in meinem Kleiderschrank und in meinem Badezimmer ein.

Ich hab es erst gar nicht bemerkt, aber in den letzten Wochen, in denen ich mich wieder auf den Sommer einschwinge, ist etwas passiert. Stelle fest, manches geht nicht mehr. Bzw. es ginge noch, aber die Frau, die ich dort im Spiegel betrachte, gefällt mir so nicht mehr. Die Veränderung ist da. Noch 2 Jahre, dann bin ich 60. Innerlich fühle ich mich immer noch wie 30 und das wird sich wahrscheinlich nicht ändern, aber da draußen, da hat sich einiges getan. Ich bin in Trauer, nehme Abschied von der jungen Frau, die ich einmal war und danach hoffe ich, daß ich mich auf die Frau einlassen kann, die ich jetzt jeden Tag im Spiegel sehe.

Ich habe schon eine Ahnung, was jetzt kommen wird in meinem Style. Denke darüber nach, nähen zu lernen, weil ich das, was ich gerne hätte, so nicht finde. Aber ob ich mache, und ob ich diszipliniert genug bin, mich an so viele Vorgänge zu halten, die das Nähen mit sich bringt, weiß ich noch nicht. Ich bin zwar kreativ, aber die Umsetzung dauert mir dann zu lange. Mal sehen.

Ich liebe den Boho Style, weit schwingende lange Röcke oder Kleider, Hippieblusen, ärmellose Westen, und ja Cowboystiefel oder eben flache Sandalen mit Zehentrennern. Ich sehe mich oft so am Meer entlang gehen, der Wind weht und spielt mit dem Stoff meines Rockes. In der Tiefe meines Herzens lebt das Hippiemädchen meiner Jugend noch immer, nur eben anders und bekommt jetzt möglicherweise sein 2.Coming out.


Bild von Facebook Boho -Style

Freitag, 5. Mai 2017

Reflektion

Nach fast 9 Jahren, in dem ich jetzt meinen Blog schreibe, habe ich überlegt, ob der Begriff Frauenheilkreis noch zutrifft. Am Anfang habe ich ja sehr viel über Spirituelles geschrieben, über das , was mir damals sehr geholfen hat. Um mich mitzuteilen und anderen, die auch in einer persönlichen Krise gesteckt haben, Mut zu machen.

Heute schreibe ich so etwas kaum noch. Und trotzdem bin ich immer noch auf einem Heilungsweg. Auf dem Weg, von der Annahme, nicht genug geliebt zu werden zu der Erkenntnis das jede Menge Liebe da ist, wenn man es schafft, sich erst einmal selbst wirklich zu mögen und zu dem zu stehen, was man ist. Nichts darzustellen, was nicht wirklich in mir ist. Schwäche zuzugeben und Hilfe anzunehmen, wenn man sie benötigt. Verantwortung zu übernehmen, für mein Leben. Nicht anderen die Schuld zu geben. Und vor allem diese tiefe Dankbarkeit zu fühlen, für all die wunderbaren Kleinigkeit des Tages und manchmal auch die ganz großen unerwarteten Dinge, die einfach auf einen zukommen, ohne Vorankündigung.

Ich schreibe in der Weiterentwicklung meines Weges und daher wird mancher, der hier vorbeischaut nicht gleich erkennen, das es immer noch um Heilung geht, wenn ich über Pferde, über Spaziergänge oder über meine Meinung zur Weltpolitik poste. Aber all das gehört dazu. Nicht nur diese weisen Worte, die ich mittlerweile tausendfach überall sonst auch lesen kann.

Ich frage mich bei allem was ich tue, macht es mich glücklich, schadet es niemanden, möchtest Du es wirklich? Das ist mein Weg der Heilung und er wirkt wunderbar.

Frage Dich was Du wirklich möchtest, was Dich glücklich macht und vergiss das danken und das weitergeben der Freude an andere nicht.

Ich wünsche allen Besuchern meiner Seite, daß sie ihren ganz persönlichen Weg der Heilung bereits gehen, oder sich trauen ihn zu betreten. Es lohnt sich. Jeden Tag, jede Stunde.